Religion

Unterrichtseinheit der Klasse 4a zum Thema: Sterben und Tod – Trauer und Trost

(Teil I)

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a im Grundschulteil beschäftigen sich im November 2008 im Religionsunterricht mit dem Thema „Tod“. Am Beispiel des Jungen Julius, dessen geliebter Hund Struppi von einem Auto überfahren wird, wird den Schülerinnen und Schülern in einer für ihre Altersgruppe geeigneten Form die Möglichkeit gegeben, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Im Lehrplan Grundschule für ev. Religion kann die Unterrichtseinheit dem Thema 21. ‚Menschen leben mit Abschied, Schmerz und Trauer’ aus Themenbereich V. ‚Sich selbst in der Gemeinschaft erfahren’ zugeordnet werden.

(Vgl. Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (Hrsg.) (1997, S. 29)

 

 

In den ersten Stunden der Unterrichtseinheit hörten wir die folgende Geschichte als Hörspiel und betrachteten eine dazu ausgewählte Fotografie. Im Anschluss daran bastelten die Kinder Gräber für den geliebten Hund Struppi mit Naturmaterialien und ansprechenden Dekoartikeln. Eine Auswahl der gut gelungenen und rührenden Arbeiten der Kinder soll ebenfalls im Folgenden vorgestellt werden.

 

 

Geschichte:          Struppi ist tot*

Julius Hund Struppi liegt auf der Straße, ganz dicht beim Gehweg. Er ist tot. Ein Auto hat ihn überfahren. Mama wird ihn gleich holen, um ihn hinten im Garten bei den Rosenbüschen zu begraben, obwohl man das eigentlich nicht darf.

„Bleib im Haus. Das brauchst du nicht zu sehen“, sagt Mama zu Julius. „Ja, behalte deinen Struppi lieber in Erinnerung, wie er war, als er noch lebte.“

Aber Julius will nicht im Haus bleiben, obwohl er vor lauter Weinen beinahe keine Luft mehr bekommt.

„Ich muss mich doch von ihm verabschieden“, schluchzt er immer wieder.

Da gibt Mama schließlich nach und sagt: „Also gut. Aber wenn es zu viel für dich wird, kehrst du sofort wieder um. Versprochen?“

„Versprochen.“ Julius nickt.

Er hat fürchterliches Herzklopfen, als er mit Mama hinaus auf die Straße geht. Dann sieht er Struppi. Der Hund liegt auf der Seite und es sieht so aus, als ob er schlafen würde. Blut ist nirgends zu sehen und Julius atmet ein bisschen auf.

Mama hebt Struppi vorsichtig hoch. Ein vorbeifahrendes Auto hupt und am liebsten hätte Julius etwas hinterher gebrüllt. Oder sogar geworfen. Seit heute hasst er Autos!

„Komm.“ Mama geht mit Struppi auf den Armen die Auffahrt hinauf und ums Haus herum. Auf der Terrasse hat sie einen großen Karton stehen. In den legt sie Struppi nun.

Julius kniet sich neben dem Karton auf den Boden und streicht sachte über Struppis Fell, dort hinter den Ohren, an seiner Lieblingsstelle. Doch Struppi reagiert nicht. Auch fühlt er sich irgendwie gar nicht mehr so an wie früher. Julius versteht: Struppi ist tot. Für immer.

Weinend umarmt er seinen Hund, während Mama beginnt, das Grab für Struppi bei den Rosenbüschen auszuschaufeln.

* Christiansen, Jan: Variation von: Ehret Annegret: Minka schläft. In: Rödler, Klaus: Materialien für den Unterricht zum Thema „Tod“, S. 15. In: Die Grundschulzeitschrift 158 (2002).

 

Vollständiger Beitrag als Download

             Schülerproduktionen zum Thema:    Ein Grab für einen geliebten Hund

             (Klick auf ein Bild zur Großansicht)

 

Fortsetzung der Unterrichtseinheit: Sterben und Tod – Trauer und Trost (Teil II)

Nachdem die Kinder der 4a die Gräber gestaltet hatten, beschäftigten wir uns in einer weiteren Stunde mit der Fortsetzung der Geschichte von Julius und seinem Hund Struppi. Anhand einer „Erinnerungskiste“ (s. Foto), die Gegenstände enthielt, die Julius an seinen geliebten Hund Struppi erinnerten, erkannten die Schüler, dass liebe verstorbene Tiere in unseren Gedanken lebendig bleiben. Sie leben in unseren Erinnerungen weiter.

 

Fortsetzung der Geschichte:

Einige Tage nach dem Unfall ist Julius immer noch ganz traurig. Er vermisst seinen lieben Struppi so sehr und fühlt sich einsam und allein. Oft geht er an das Grab und meistens muss er dann auch immer noch weinen. Er hat sich viel Mühe gegeben, das Grab so schön wie möglich zu gestalten. Er hat dazu Steine, Moos und kleine Äste gesammelt, Blumen gepflückt und sogar ein kleines Kreuz gebaut. Auf den Grabstein hat er geschrieben: „Mein lieber Hund Struppi“.

Eines Morgens, ungefähr eine Woche nachdem Struppi starb, holt er Struppis Kiste aus der Garage. Papa hatte sie in ein Regal gestellt und zuvor alle Sachen, die dem Hund gehörten, hineingelegt. Julius nimmt diese Kiste mit in sein Zimmer und schaut sich die Dinge an, die er darin findet.

 

Im Sitzkreis haben wir uns die Gegenstände angesehen und „Erinnerungen“ formuliert. Die Kinder beschrieben Situationen, in denen der Hund Struppi ganz „lebendig“ wirkte. In einer Gedankenblase beschrieb oder zeichnete jedes Kind einen solchen Gedanken an Struppi

(s. Bildergalerie).

Bildergalerie - Gedanken an Struppi

(Klick auf ein Bild zur Großansicht)